40 Jahre Heimatverein Milspe (Abschrift Heimatbrief 1989)
 

Zeitgleich mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und de Stadtwerdung am 1. April 1949 wurde auch der Heimatverein Milspe ins Leben gerufen. Eine reich bebilderte Festschrift über die 40jährige Geschichte des Vereins soll in Kurzfassung hier wiedergegeben werden.

Von Gefühlen eines wiedererwachten Heimatbewusstseins nach dem zweiten Weltkrieg erfasst, gingen erste Initiativen in Richtung einer Gemeinschaft heimatbewusster Bürger vom damaligen ersten Bürgermeister der Gemeinde Milspe, Otto Hühn, und dem Gemeindearchivar August Bartz aus, die schließlich nach vielen Diskussionen zur Vereinsgründung führten. Der Vorstand unter dem Vorsitz von Otto Hühn hatte es sich zur Aufgabe gemacht, sich der praktischen Volkstumsarbeit, Erforschung der Heimatgeschichte, Pflege der heimischen Mundart und Erhaltung der Sitten und Bräuche zuzuwenden. Leider


 


Bild: 1989 Heimatabend im Gasthof zur Post

 

kam man in den ersten Jahren über kleinere Veranstaltungen nicht hinaus. Erst durch den 1956 neu gewählten Vorstand und die entwickelten Aktivitäten kam mehr Leben in den Verein, und es gelang damit, das Interesse weiterer Kreise auf sich zu ziehen. Diesem Vorstand gehörten damals an: Otto Hühn, Eugen Engels, Helmut Suberg, Karl Emde, Siegfried Buchholz, Else Rickers, Wilhelm von der Dellen, Paul Höher, Willy Schumacher und Eugen Fley.

Der erste Erfolg war ein Heimatkalender der Firma Adolf Kugel, den die Mitglieder des Vereins als Jahresgabe erhielten und der den im Ausland lebenden Ennepetalern zugesandt wurde. Das nächste Ziel war die Schaffung zweier Dia-Vorträge. Die Serie "Unsere Milspe" mit 80 Color-Aufnahmen wurde 1958 "uraufgeführt", die zweite, betitelt "Unser Milspetal - anno dazumal", folgte etwa ein Jahr später und zeigte in 90 Dias das alte Milspe von früher. Diese wertvollen Dokumentationen fanden weitgehend Beachtung und sind sowohl beim Stadtparlament als auch bei vielen Vereinen, Gemeinschaften und Organisationen vorgeführt worden. Sie haben heute bereits historischen Wert.

Nachdem die Firma Kugel den Druck der Heimatkalender 1962 einstellte, wurde die Idee des Heimatbriefes geboren, der ab 1963 über das ganze Jahresgeschehen der Stadt illustriert berichtet und zur Zeit in einer Auflage von 2600 Stück bei der Stadt gedruckt wird; seit 1963 unter der Regie des Heimatbundes Ennepetal.

Kaum zu beschreiben ist die Freude der ehemaligen Bürger über diesen Heimatbrief, der immer noch eine lebendige Verbindung zu ihrer alten Heimat ist und hoffentlich bleibt.

 

Zur großen Jubiläumsfeier hatte der Verein außer seine Mitglieder auch Gäste aus Nachbarvereinen und eine Delegation des münsterländischen Heimatvereins Borghorst eingeladen; mit ihrer Gratulation wünschten sie dem Verein weitere gedeihliche Entwicklung zum Wohle der Heimat. Die Verbindung zu den Borghorster Heimatfreunden entstand vor einem Jahr durch das Städtespiel des RTL, bei dem die Milsper gegen die Borghorster antreten mussten.
 

 


Bild: 1989 Vorstands-Foto
Sitzend von links: Eugen Engels, Erika Mücher, Ingeborg Fischer, Erich Rabe
Stehend von links: Friedrich Werz, Wilhelm Hollkott, Hildegard Brand, Richard Mietz

 

Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Wilhelm Hollkott gratulierte Bürgermeister Friedrich Döpp und dankte den Milsper Heimatfreunden für ihre dem Wohle der Heimat dienenden erfolgreichen Arbeit während der 40 Jahre. Den Akteuren sprach er besondere Anerkennung für die gelungene Festschrift aus.


 


Bild: Zu Ehrenmitgliedern ernannt
Von Links: Hans Uies, Ludwig Adam, Heinrich Höffinghoff

 

Im Anschluss an die Gratulationscour erfolgte die Auszeichnung von Mitgliedern für ihre 25jährige bzw. 40jährige Mitgliedschaft durch Überreichung eines Bildbandes mit Urkunde. Die Heimatfreunde Hans Uies, Ludwig Adam und Heinrich Höffinghoff wurden durch die Ehrenmitgliedschaft besonders geehrt. Ein gut ausgewähltes Programm, das ganz auf die Heimat zugeschnitten war, sorgte für vielerlei Unterhaltung, für heimatliche Stimmung und gute Laune. Gesangsvorträge, gemeinsame Lieder, musikalische Beiträge, Bühnen-Sketche, Deklamationen in Hochdeutsch und Platt, wie "Erinnerungen an Alt-Milspe", "Die Rentnerbank", Dä olle un dä nigge Tied" und vieles mehr. Nicht enden wollender Beifall eine begeisterten Publikums war eine Dankesbezeugung an die Veranstalter und Mitwirkenden an diesem schönen Heimatabend, der Allen sicher in guter Erinnerung bleiben wird. Aus der Zahl der Mitglieder, die inzwischen auf 280 angestiegen ist, lässt sich schließen, wie groß das Interesse der heimischen Bevölkerung am Wirken des Vereins ist.


Eugen Engels