Abwasser überflutet Straße in Altenvoerde

12.07.2017 10:43

Im Bereich der Carl-August-Bauer-Straße und der Gewerbestraße in Altenvoerde macht ein sehr unangenehmes Problem den Anliegern zu schaffen. In den vergangenen Wochen führten stärkere Regenfälle mehrmals dazu, dass die Straßen von Abwässern überflutet wurde. Fäkalien und Toilettenpapier schwammen über die Fahrbahn. Zudem wurde das Bankett am Straßenrand ausgespült.

Erstmals am 2. Juni war das Problem beim damaligen Gewitter aufgetreten. „Es war ein kurzer, kräftiger Regen“, berichtet Armin Fuchs, der an der Carl-August-Bauer-Straße wohnt. Es habe unter den Kanaldeckeln geblubbert, im dortigen Regenrückhaltebecken, das im Zuge des Neubaus der Produktionsstätte der Firma Febi vergrößert wurde, sei aber kaum Wasser angekommen. Dann sei es aus den Kanalschächten hochgekommen. „Die Straße war knöcheltief überflutet“, so Fuchs. Die Menschen seien durch die Brühe nicht zu ihren Autos gekommen. Die herbeigerufene Feuerwehr habe keine Möglichkeit gesehen, Abhilfe zu schaffen, und die Stadtbetriebe verständigt.

Brühe sammelt sich in Senke

Am 15. Juni trat das Problem bei einem etwas kräftigeren Regen erneut auf. Er habe sich mit Nachdruck noch einmal an die Stadt gewandt, erklärt Armin Fuchs. Schließlich gehe es nicht nur um die Überflutung, sondern auch die Geruchsbelästigung und um mögliche Gesundheitsgefährdungen durch das Abwasser. Die Brühe habe sich in der Senke an der Gewerbestraße gesammelt. An der Carl-August-Bauer-Straße gibt es auch einen Kinderspielplatz. Er habe mehrfach beobachtet, „wie Passanten und kleine Kinder fröhlich und ohne Kenntnis des Wasserinhaltes in dem ablaufenden Schmutzwasser barfuß liefen oder sogar spielten“, schilderte Fuchs in dem Schreiben an die Stadtverwaltung. Als Vertreter der Anwohner fordere er die Stadt auf schnellstens gefahrenbeseitigend tätig zu werden. In der Nacht vom 6. auf den 7. Juli kam es erneut zu einer Überschwemmung durch Abwässer.

Thomas Pflug, Abteilungsleiter der Stadtbetriebe Ennepetal (SBE), erklärte auf Nachfrage dieser Zeitung, dass man bereits nach dem ersten Ereignis eine optische Inspektion des Abwasserkanals vorgenommen habe. „Wir haben geschaut, ob in den Schächten etwas ist, was die Durchfließen des Abwassers beeinträchtigt“, berichtete er. Aus einem Schacht habe man einen Schmutzfänger gezogen. Maßgeblicher Verursacher des Problems war dieser aber nicht, wie die weiteren Überflutungen zeigten. „Ende vorletzter Woche haben wir in dem gesamten Bereich die Kanäle mit einer Kamera befahren lassen“, so Pflug. „Es war alles frei, es wurden keine Schäden festgestellt, die die Durchgängigkeit beeinträchtigen.“

Nebel wird in Kanal eingeleitet

Daher gaben die SBE eine weitere Untersuchung in Auftrag. Noch in dieser Woche wird eine Fremdfirma Nebel in den Kanal einleiten. Wenn dieser irgendwo austrete, wo er nicht austreten dürfte, so Thomas Pflug, könne man etwaige Falschanschlüsse erkennen. Er betonte, dass die Maßnahmen mit der Bezirksregierung Arnsberg als zuständiger Aufsichtsbehörde abgestimmt seien. Ein derartiges Problem sei in den vergangenen Jahrzehnten in dem Bereich nicht aufgetreten, meinen Pflug und Fuchs unisono. Die Vermutung liege daher nahe, dass ein Zusammenhang mit der Umgestaltung des Geländes im Zuge der Febi-Baumaßnahme besteht. Es könnte sein, dass Regenwasser, das eigentlich seinen Weg in den eigens vergrößerten Sammler finden sollte, an irgendeiner Stelle in den Abwasserkanal drückt und dieser dadurch überlastet werde, erläutert Thomas Pflug. Sollte sich herausstellen, dass irgendwo etwas falsch angeschlossen sei, müssten natürlich schnell entsprechende Änderungen vorgenommen werden.

Text aus WR vom 12.07.2017 (Hartmut Breyer).

 Bilder und Grafiken aus WR vom 12.07.2017