AVU - Strom und Wasser werden in 2018 teuerer

14.11.2017 10:27

Die Verbraucher im Kreis müssen sich auf höhere Ausgaben im kommenden Jahr einstellen. Die Wasserpreise werden zum 1. Januar 2018 – erstmals nach fast 20 Jahren – steigen. Der heimische Energieversorger AVU kündigt außerdem die Anhebung der Strompreise zum gleichen Zeitpunkt an.

Wasser

Der Preis pro Kubikmeter Wasser steigt um 0,16 Euro auf 2,05 Euro, der Grundpreis um rund zehn Prozent. Letzterer ist abhängig von der Art der Messung und der Größe des Zählers. Am häufigsten ist die Verbrauchsmessung über den haushaltsüblichen Zähler: Hier beträgt die Erhöhung 16,56 Euro auf 187,25 Euro pro Jahr.

Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von rund 120 Kubikmetern kommt demnach im kommenden Jahr auf 433,25 Euro statt bisher 397,49 Euro. Das sind rund drei Euro pro Monat mehr.

Hauptgrund für die Erhöhung ist laut AVU-Vorstand Uwe Träris die demographische Entwicklung. Seit 1990 sei die Zahl der Menschen im Ennepe-Ruhr-Kreis um 6,5 Prozent zurückgegangen. Die Folge ist ein niedrigerer Gesamtverbrauch bei gleichbleibend hohen Kosten für die Versorgungsstruktur, die rund 80 Prozent des Wasserpreises ausmachen. Ein Ausgleich ist nur über die Erhöhung der Preise für Verbrauch und Grundpreis möglich. Die AVU versorgt in ihrem Gebiet 145 000 Menschen bzw. 33 000 Anschlüsse mit Wasser.

„Im Unterschied zu anderen Wasserversorgern haben wir es hier bei uns mit einer anspruchsvollen Versorgungsstruktur zu tun“, erläuterte AVU-Vorstand Uwe Träris. Im ländlich geprägten Zuständigkeitsgebiet würden pro Kilometer Leitung weniger Kunden bzw. Anschlüsse am Netz hängen als anderswo. Außerdem müsse das Wasser auf dem Weg zum Kunden so manchen Berg hochgepumpt werden. Und beim Transport bergabwärts müsse der Druck wieder gemindert werden, teilte die AVU mit. Zwischen Breckerfeld und Wetter gäbe es 35 Druckzonen. Bei Versorgern ähnlicher Größe seien es um die 16, so Uwe Träris. „Wir haben kaum noch unternehmerische Gestaltungsmöglichkeiten.“ Die Erhöhung des Wasserpreises sei mit der Landeskartellbehörde abgestimmt.

Strom

Ähnlich sieht es beim Strompreis aus. Auch hier sieht der heimische Energieversorger kaum noch Spielraum. „Weniger als 20 Prozent des Preises werden vom Markt bestimmt. Der Großteil, rund 80 Prozent, entfällt auf Steuern, Abgaben und Netznutzungsentgelte, auf die wir keinen Einfluss haben“, erklärte AVU-Vorstand Uwe Träris.

Für 2017 hatte der Energieversorger noch darauf verzichtet, die gestiegenen Ausgaben an seine Kunden weiterzugeben. Die letzte Erhöhung beim Strom war im März 2016. Jetzt sieht sich die AVU aber zur Erhöhung gezwungen, weil 2018 vor allem die Netzentgelte steigen werden.

Die AVU erhöht ihren Strompreis ab 1. Januar 2018 um 1,19 Cent brutto pro Kilowattstunde (netto 1,0 Cent). Der Grundpreis bleibt unverändert. Die Preiserhöhung gilt für die Grundversorgung und für alle Vertragsarten bei Privat- und Gewerbekunden.

Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2000 Kilowattstunden bedeutet dies monatlich etwa 1,98 Euro mehr an Kosten. Bei einem Haushalt mit 3 500 Kilowattstunden Jahresverbrauch sind es rund 3,47 Euro pro Monat mehr (brutto mit 19 Prozent Mehrwertsteuer). Dies entspricht laut AVU jeweils einer Steigerung von vier Prozent.

Der heimische Energieversorger betont, dass er nur einen Teil der steigenden Umlage und Netzentgelte tatsächlich an seine Kunden weitergebe. Seit 2016 seien die Pflichtabgaben netto um 1,268 Cent je Kilowattstunden gestiegen. „Davon geben wir aber nur einen Cent netto weiter“, sagte Uwe Träris. Die Deckung der Differenz erfolge durch Kosteneinsparungen in anderen Bereichen des Unternehmens.

Gas

Eine gute Nachricht vermeldet die AVU hingegen für einen anderen Versorgungsbereich: Der Gaspreis bleibt 2018 stabil.

Ausblick

Für die Zukunft rechnet die AVU mit weiter steigenden Strompreisen. Zum einen, weil überall im Land die Übertragungs- und die Verteilnetze für die Energiewende fit gemacht werden, wie Vorstand Uwe Träris erklärte. Das schlage sich in höheren Netzentgelten nieder. Zum anderen, weil die EEG-Umlage voraussichtlich noch drei, vier Jahre steigen wird und sich nach Meinung von Experten langfristig bei über 7 Cent pro Kilowattstunde einpendeln wird, wie der AVU-Vorstand ausführte. Zum Vergleich: 2018 wird die EEG-Umlage bei 6,792 Cent/kwh liegen.

 

Text aus WR vom 14.11.2017 (Andreas Gruber).

Bild aus WR vom 14.11.2017