Kanalbauarbeiten in der Rahlenbecke beginnen Mitte 2018

09.09.2017 12:00

Mitte kommenden Jahres sollen die aufwendigen Kanalbauarbeiten an der Kölner Straße im Bereich Rahlenbecke beginnen. Im Anschluss daran ist der Bau des Kreisverkehrs an der Einmündung Hembecker Talstraße vorgesehen. Mindestens zweieinhalb Jahre wird die gesamte Maßnahme in Anspruch nehmen. Thomas Humpohl-Gleisenstein und Thomas Koch von den Stadtbetrieben Ennepetal (SBE) stellten die Planungen im SBE-Verwaltungsrat und im Betriebsausschuss vor.

Mischwasserkanal

Die Kanalbaumaßnahme sei notwendig, weil es an der Stelle „einen hydraulischen Engpass“ gebe, erläuterte Thomas Koch. „Die Kanaldeckel fliegen dort schon einmal hoch“, erklärte der Bauingenieur, der die Arbeiten für die SBE begleiten wird. 2004/2005 war für den Bereich ein neuer Hauptsammler gebaut worden. Nun wird der Mischwasserkanal in dem Teilstück größer dimensioniert.

Der größte Teil der Arbeiten erfolgt unterirdisch. Von einer Startbaugrube aus, die am so genannten „Eishaus“ in Fahrtrichtung Schwelm links vor dem Rahlenbecker Tunnel eingerichtet wird, frisst sich ein Bohrer im ersten Bauabschnitt zunächst in Richtung Schwarzer Weg, die Rohre werden dann nachgeschoben. Die Grube wird einen Durchmesser von zehn Metern haben und auch zehn Meter tief sein. Die notwendigen Rodungsarbeiten waren bereits im vergangenen Jahr vorgenommen worden, benötigte Grundstück wurden bereits erworben. Das aus dem 19. Jahrhundert stammende Gewölbe unter der ehemaligen B7 wird ertüchtigt.

Nur Umschluss in offener Bauweise

Der zweite Bauabschnitt führt dann von der Startbaugrube in Richtung des städtischen Betriebshofs an der Ecke Kölner Straße/Hembecker Talstraße. Dort war bereits die Fläche unmittelbar an der Einmündung frei geräumt worden.

In offener Bauweise – in „Zielbaugruben“ – wird jeweils an beiden Endpunkten der Umschluss auf den bestehenden, bereits erweiterten Kanal, vorgenommen. „Wir planen 15 Monate für den Kanalbau“, erklärte Thomas Koch. Beginn soll Ende des zweiten Quartals 2018 sein, Fertigstellung etwa im Spätsommer 2019. Das Investitionsvolumen der Kanalbaumaßnahme liegt nach Kochs Angaben bei 2,65 Millionen Euro.

Probleme durch ein Absacken an der Baustelle befürchtet Thomas Koch nicht. „Wir sind da in zehn Metern Tiefe, dort gibt es sehr festen Fels“, erklärte er auf Nachfrage von Ulrich Röhder (Bündnis 90/Die Grünen) und Marc Alberts (FDP). Man habe an elf Stellen Probebohrungen vorgenommen, zum Teil bis in eine Tiefe von 30 Metern. In dem Bereich gebe es eine Höhle, die aber nicht berührt werde.

Kreisverkehr

Ist der Kanal fertig, geht es an den Straßenbau. Durch einen Kreisverkehr an der Einmündung der Hembecker Talstraße in die Kölner Straße soll eine erhebliche Verbesserung vor allem für den auf die Kölner Straße einfahrenden Verkehr erzielt werden. „Im Vorfeld hat es Verkehrsuntersuchungen gegeben“, erläuterte Thomas Humpohl-Gleisenstein. Mit „ausreichend bis mangelhaft“ sei der Knotenpunkt bewertet worden. „Bei weiterer Zunahme des Verkehrs ist mit einer Verschlechterung zu rechnen.“ Durch den Kreisverkehr soll die Situation „gut“ werden.

Einen Durchmesser von 41 Metern wird der Kreisverkehr den Plänen zufolge haben. Die umlaufende Fahrbahnbreite beträgt sieben Meter, inklusive einem zwei Meter breiten Innenkreis zur Überfahrung durch den Schwerlastverkehr. Der Gehweg wird 2,50 Meter breit sein. Auf der Hembecker Talstraße wird die Fahrbahn bis zur Höhe der Betriebshofszufahrt ausgebaut. Ein Radweg wird nicht angelegt.

Landesbetrieb an Kosten beteiligt

Durch den Rahlenbecker Tunnel könne man ohnehin keinen Radweg anlegen, auch nicht auf der Hembecker Talstraße, erklärte Thomas Humpohl-Gleisenstein. Zudem sei es für Radfahrer in einem Kreisverkehr auf der Fahrbahn sicherer als auf einem Radweg.

Das Abbiegen von der Schachstraße wird künftig nur noch nach rechts möglich sein, wer nach Milspe möchte, muss in den Kreisel einfahren. Aufgrund des Flächenbedarfs fallen private Parkplätze in dem Bereich weg. Der Eigentümer sei bereit, die Flächen abzutreten, erklärte Thomas Humpohl-Gleisenstein. Im Gegenzug würden die SBE demjenigen neue Parkflächen herstellen.

Die Arbeiten sollen voraussichtlich im dritten oder vierten Quartal 2019 beginnen, je nach Verlauf der vorherigen Kanalbaumaßnahme könne es auch das erste Quartal 2020 sein, so Humpohl-Gleisen­stein. Die Bauzeit für den Kreisel ist mit etwa einem Jahr veranschlagt. Hinzu kommen Arbeiten an den Versorgungsleitungen (Gas und Wasser) durch die AVU.

Insgesamt 2,06 Millionen Euro wird der Bau des Kreisverkehrs laut Thomas Humpohl-Gleisenstein kosten. Einen Teil, genau 504 000 Euro, trägt der Landesbetrieb Straßen NRW. Dem Betrag liege die Berechnung zugrunde, wie teuer eine Instandsetzung des Abschnitts der Kölner Straße ohne den Bau eines Kreisverkehrs gewesen wäre. Der Landesbetrieb hatte die ehemalige B7 in den vergangenen Jahren saniert. Der Betrag sei im Übrigen bereits Ende 2016 überwiesen worden, so Humpohl-Gleisenstein.
 

Text aus WR vom 09.09.2017 (Hartmut Breyer).

 Bild aus WR vom 09.09.2017.