Kirmesplatz wird nicht bebaut

31.07.2017 10:39

Bebauung auf dem Voerder Kirmesplatz?

Als am Samstag, 15. Juli, die Handlungsempfehlungen aus dem vom Stadt-Regionalplanungsbüro Dr. Jansen GmbH aus Köln entwickelten Einzelhandelskonzept für Ennepetal vorgestellt wurden, war zu lesen: „Das Büro bringt auch den Kirmesplatz bei Aldi in Voerde als möglichen Einzelhandelstandort ins Gespräch. Wichtig sei, die Nahversorgung zu stärken, weitere Anbieter des täglichen Bedarfs zu gewinnen. Auch die Ansiedlung eines Frequenzbringers sei erforderlich.“ Eine gutachterliche Aussage, die von heimatbewussten Voerdern kritisch gesehen wird und zu einer Krisensitzung im Heimatvereinsvorstand führte, wie Vorsitzender Hans Martin Heimhardt am Samstag beim „Prölken Koffi“ im Gemeindezentrum an der Johanneskirche berichtete.

Großes Aufatmen bei den Voerden

Und dann sagte Heimhardt den Besuchern: „Der Kirmesplatz wird nicht bebaut werden.“ Der Heimatverein hatte sich nämlich sofort zum klärenden Gespräch bei Bürgermeisterin Imke Heymann angemeldet. So saßen sich gegenüber Bürgermeisterin Imke Heymann, Stadtplaner Ulrich Höhl, die Wirtschaftsförderin Rabea Kreikenbaum und der Pressesprecher der Stadt, Hans-Günther Adrian, von der Stadtverwaltung und Vorsitzender Hans Martin Heimhardt, Ehrenbürgermeister Michael Eckhardt und Matthias Wutzke vom Heimatverein Voerde. Das Ergebnis: „In der Stadtverwaltung denkt keiner daran, den Kirmesplatz bebauen zu lassen“, wie Heimhardt nun mitteilte.

Großes Aufatmen beim „Prölken Koffi“, bei dem es normalerweise nur um Erzählungen aus Voerde und Umgebung in gemütlicher Runde geht. Heimhardt erzählte noch aus dem Gespräch im Rathaus: „Die Bürgermeisterin sagte: ,Wir müssten doch mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn wir dort eine Bebauung zuließen!’“ Wie Heimhardt sagte, sei auch eine Vergrößerung von Aldi kein Thema. Wie diese Zeitung jüngst im Wirtschaftsteil berichtete, beabsichtigt Aldi Nord nach und nach alle Filialen zu modernisieren.

Neue Geschäftstelle öffnet bald

Neues aus dem Voerder Verein: Die Geschäftsstelle des Heimatvereins an der Lindenstraße wird am Samstag, 26. August, mit einem Tag der offenen Tür von 12 bis etwa 16 Uhr eröffnet. Wenn möglich, werde man sich dem Festumzug des Voerder Schützenvereins anschließen. Der 410 Jahre alte Verein feiert dann nach dem Umzug im Heim im und am Helkenberg sein Schützenfest.

Dann gab es beim „Prölken Koffi“ plattdeutsche Geschichtchen zu hören. Ehrennachtwächterin Friedel Hillner las einen Text von Marga Dörnen, Renate Kirchloh ein aus der Feder von Helga Busse stammendes Döhneken, Ernst-August Hübner und Erich Ott trugen eigene plattdeutsche Beiträge vor und Helmut Schulte, der schon zahlreiche heimatliche Beiträge veröffentlichte, erzählte von seinem Wunsch: „Ich wollt, ich könnte plattdeutsch reden!“ Herzlichen Beifall gab es für alle Vortragenden, und auch für die Frauen aus dem Heimatverein, die für die Verpflegung sorgten.
Text aus WR vom 31.07.2017 (Hans-Jochem Schulte)

 Foto aus WR vom 31.07.2017.

 

Ergänzend hierzu ein "Nebenbei bemerkt" von Hans-Jochem Schulte vom 31.07.2017:

Für heimatbewusste Voerder hat der Kirmesplatz eine wichtige Bedeutung. Hier findet die jahrhundertealte Kirmes statt, hier wird der Wochenmarkt abgehalten. Kein Wunder, dass der Heimatverein sich energisch für den Platz einsetzt. Als am Samstag beim Prölken Koffi das Thema wieder aufkochte, brachte es Ernst-August Hübner aus der Ehrennachtwächterriege auf den Punkt, als er sagte: „Vorschläge, den Kirmesplatz zu bebauen, gehen mir an die Nieren!“

 

Zur Delegation des Heimatvereins beim Gespräch im Rathaus zählte übrigens Ehrenbürgermeister Michael Eckhardt. Er, der Voerder, kennt die Befindlichkeiten der Bürger. Als er während seiner Amtszeit mit dem Vorhaben rausrückte, einen kleinen Bereich des Platzes für Aldi bereitzustellen, gab es in Voerde einen Sturm der Entrüstung. Heute gilt der seit dem Aldi-Bau gepflasterte Platz als ein Vorzeige-Kirmesplatz in der Region. Und das soll so bleiben. Zur Erinnerung: Michael Eckhardt schaffte es in langen Verhandlungen mit Aldi, dass an den Kirmestagen das Geschäft geschlossen ist. Aber eine weitere Bebauung des Kirmesplatzes, das können sich Michael Eckhardt, Hans Martin Heimhardt, Robert Dörnen und Co. nicht vorstellen. Und die Stadtverwaltung wohl auch nicht.