Licht- und Luftbad in Milspe

05.04.2017 12:25

Freizeitanlage der Gemeinde Milspe für Groß und Klein existierte bis 1935.

3000 Quadratmeter großes Gelände mit Spiel- und Ruhemöglichkeiten.

 

Bis 1935 gab es auf der Hardt, dort wo heute das Ehrenmal zu finden ist, das „Licht- und Luftbad der Gemeinde Milspe“. Die damalige Stadtarchivarin Ingrid Windmöller berichtete darüber 2001 in den „Ennepetaler Forschungen Nr. 2“ des Arbeitskreises Stadtgeschichte (Heft vergriffen, im Stadtarchiv vorhanden). Die Bezeichnung „Luftbad“ hielt sich für das Gebiet noch Jahrzehnte nach der Schließung.

Kleine Hütte für den Verwalter

Demnach befand sich ungefähr in der Mitte der heutigen Wiese der Eingang zu der etwa 3000 Quadratmeter großen Freizeitanlage. Links davon war eine kleine Hütte für den Verwalter platziert. „Die kleinen und großen Besucher wurden mit mehreren über einen halben Meter hohen Bonbongläsern begrüßt“, schreibt Ingrid Windmöller.

Das Gelände war mit einem hohen Bretterzaun umgeben. Rund um die Innenseite des Zauns waren Bänke befestigt. Es gab Duschkabinen und Zink-Badewannen sowie Umkleidekabinen. Schaukeln für Kinder und Wippen für Babys waren zwischen den Bäumen angebracht, es gab ein Karussell und einen Rundlauf mit langen Seilen. Auf den großen Rasenflächen konnten Schlagball, Fußball oder Federball gespielt werden. Bälle waren vorhanden. Turngeräte und Hanteln gab es, Kugelstoßen und Ringwerfen waren möglich. Für die Erwachsenen gab es Liegestühle zum Sonnen und Ausruhen, für die Kinder Sandkästen. Geöffnet war das Licht- und Luftbad von März bis Oktober immer ab 08:00 Uhr morgens bis zum Einbruch der Dunkelheit. Der Eintritt kostete zehn Pfennig, eine Jahreskarte gab’s für fünf Mark.

Soldaten nutzen Bad unentgeltlich

Wann es eingerichtet wurde, lässt sich Ingrid Windmöller zufolge nicht mehr sicher feststellen. Nach mündlichen Überlieferungen müsse es Anfang des 20. Jahrhunderts gewesen sein. Es stand jedenfalls auf ärztliche Verordnung den im Ersten Weltkrieg verwundeten und erkrankten Soldaten zur unentgeltlichen Benutzung zur Verfügung.

Text aus WR vom 05.04.2017.

 Foto: Privatarchiv Hartmut Grünewald.