Neues zum Haus Ennepetal

05.01.2018 09:51

Eine wegweisende Entscheidung für die Entwicklung der Innenstadt, aber auch für die künftige Ausrichtung im Veranstaltungsbereich hat die Politik im vergangenen Jahr gefällt: Das Haus Ennepetal wird abgerissen, das Mehrgenerationenhaus (MGH) mit seinen Teilbereichen in die Nachbarschaft verlagert und am bisherigen Standort des 70er-Jahre-Baus ein modernes Veranstaltungszentrum entstehen. Während mit dem für Anfang 2019 vorgesehenen Umzug der Stadtbücherei in die Passage am Markt ein erster Schritt bei der MGH-Neuorientierung besiegelt ist, werden in diesem Jahr die Planungen für die Gestaltung des Veranstaltungszentrums anlaufen.

„Ich bin froh, dass die Entscheidung so gefallen ist“, betont Florian Englert, der Geschäftsführer der Kluterthöhle + Freizeit GmbH & Co. KG. Natürlich müsse man viel Geld investieren (eine erste grobe Kostenschätzung geht von 15 Millionen Euro inklusive Abrissarbeiten aus), aber nun habe man die Möglichkeit, zielorientiert zu bauen und auch städtebaulich neue Maßstäbe zu setzen.

„Wir sind nun in der Anfangsplanung“, erklärt Englert. In den kommenden Wochen und Monaten werde ein Raumkonzept aufgestellt. Verschiedene Tagungsräume, ein großer Saal, Funktionsbereiche für die Kluterthöhle und Büros für die Verwaltung sind zu integrieren. „Wir sind relativ frei in der Planung“, meint der Geschäftsführer. Die Zahl und Größe der Tagungsräume sowie das Fassungsvermögen und die technische Ausstattung eines Veranstaltungssaals seien zunächst offen. „Wir werden eine Marktanalyse vornehmen“, sagt er. Das aktuelle Nutzerverhalten soll ebenso betrachtet werden wie die Frage, was gegebenenfalls an neuen Angeboten möglich sein könnte. „Welche Veranstaltungen haben Zukunft? Das kann auch etwas sein, das wir noch nicht im Portfolio haben“, so Englert. In diesem Zusammenhang sei wichtig den bestehenden Markt, aber auch Marktpotenziale zu ermitteln und die Konkurrenzsituation zu analysieren.

„Wir werden darauf schauen, dass wir einen möglichst hohen Auslastungsgrad erreichen“, betont Florian Englert. „Im Zweifel werden wir eher einen Tick kleiner bauen.“ Klar sei: Theaterveranstaltungen sollten nicht mehr in der Aula des Reichenbach-Gymnasiums stattfinden (müssen) und die Angebote der Kulturgemeinde, die schon seit Jahren ebenfalls die RGE-Aula nutzt, wolle man natürlich auch ins neue Veranstaltungszentrum holen. Daher müssten in die Planungen die Kulturtreibenden, insbesondere eben die Kulturgemeinde, einbezogen werden. Auch mit Unternehmen werde man sprechen, da unter anderem Betriebsversammlungen immer mehr zum Thema bei den Vermietungen werde. „Es ist wichtig, dass wir nicht an den Zielgruppen vorbei planen“, sagt Englert.

Einbindung der Kluterthöhle

Sobald man das Grundkonzept entwickelt habe, greife für die weiteren Planungen die Versammlungsstättenverordnung, erklärt der Haus-Ennepetal-Chef. Daraus würden sich beispielsweise die Zahl der Toiletten und Parkplätze ergeben. Der Verwaltungsbereich sollte nach seinen Vorstellungen organisatorisch getrennt werden, etwa durch einen Anbau, um die Ablauforganisation zu verbessern.

Ein wichtiger Punkt ist auch die Einbindung der Kluterthöhle. „Wir brauchen einen Übergang. In welcher Art und Weise ist dann eine Frage an den Architekten“, so Florian Englert. Grundsätzlich werden man am Thema „Sichtbarkeit der Höhle“ arbeiten, die Gestaltung des Vorplatzes ist ohnehin eine Maßnahme aus dem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept, die zur Umsetzung ansteht. Außerdem werde ein neues Veranstaltungszentrum eher ein geschlossenes Gebäude, so dass der Zugang zur Höhle auch ohne Öffnung des Gebäudes ermöglicht werden müsse. Im Hinblick auf den Zeitplan habe man noch etwas mehr Luft als die Stadtverwaltung, die für den Bereich MGH und Familienzentrum schon früher eine Lösung entwickeln muss.

Allerdings werde Ende 2018, spätestens Anfang 2019 zum Thema, wo die Mitarbeiter der Kluterthöhle + Freizeit GmbH in dem Zeitraum untergebracht werden, in dem das Haus Ennepetal abgerissen und das neue Veranstaltungszentrum gebaut wird. Das wird nach bisherigem Zeitplan in den Jahren 2021 bis 2023 sein. „Außerdem haben wir das Ziel, unseren Kunden Alternativen für diese Übergangszeit anzubieten“, betont Englert. Das werde nicht in allen Fällen gelingen, man wolle aber versuchen, so viele Kunden wie möglich zu halten.

Text aus WR vom 05.01.2018 (Hartmut Breyer).

 

 Bild aus WR vom 05.01.2018.