Neues zur Innenstadtentwicklung

15.07.2017 09:44

Handlungsempfehlungen für die weitere Entwicklung.

Größere Ladenlokale schaffen, Frequenzbringer in Innenstadt und nach Voerde holen, Außenbereiche stärken.

 

Vor allem die Handlungsempfehlungen, die aus dem Einzelhandelskonzept resultieren, sind entscheidend. Das Fachbüro rät der Stadt, generell eine Konzentration von Einzelhandel und Gewerbe zu unterstützen, um ein Ausfransen des Angebotes zu verhindern. Insgesamt wird im Konzept ein ganzes Maßnahmenpaket vorgeschlagen.

 

Milspe

Das ehemalige Ringkaufhaus spielt bei der zukünftigen Entwicklung der Ennepetaler Innenstadt eine große Rolle. Im Konzept wird vorgeschlagen, Flächen zu großen Einheiten zusammen zu legen, um diese besser vermarkten zu können.

Ziel sollte sein, einen Bekleidungsfachmarkt, ein Kleinkaufhaus wie Woolworth, oder ein Sonderpostenmarkt, z. B. Action, zu bekommen. Das würde Bewegung und Frequenz in die Innenstadt bringen. Voraussetzung dafür sei, attraktive Flächen zu schaffen.

Im Obergeschoss der Marktpassage könnten beispielsweise Dienstleistungen angeboten werden, sogenannte Komplementärnutzungen. Aber: Da das Gebäude in privater Hand sei, habe die Stadt keine direkte Eingriffsmöglichkeit.

Es wird zudem angeraten, das Hauptzentrum in Milspe zu verkleinern, nämlich vom Heilenbecke Center im Westen bis etwa zum Berlet-Markt im Osten. Es wird empfohlen, die Fußwegeverbindung zu optimieren, also den Anschluss an die Fußgängerzone zu verbessern. Außerhalb dieses Bereiches könnten Ladenlokale zum Beispiel zu Wohnraum umgewandelt werden.

Es wird außerdem als Empfehlung ausgegeben, nicht nur auf Einzelhandel zu setzen, sondern auch auf Gesundheitsangebote. Das Profil eines Gesundheitsquartiers könnte zudem durch eine Gestaltung des öffentlichen Raumes gestärkt werden, das sollte auch beim Integrierten Handlungskonzept berücksichtigt werden. In Sachen Einzelhandel sollten nur zentrenrelevante Waren zugelassen werden, wie Schuhe, Drogerieartikel und Kleidung. Wichtig sei ein Branchenmix und dass das Angebot Waren umfasst, die nicht mit dem Auto transportiert werden müssen.

Voerde

Das Büro bringt auch den Kirmesplatz bei Aldi in Voerde als möglichen Einzelhandelsstandort ins Gespräch. Wichtig sei die Nahversorgung zu stärken, weitere Anbieter des täglichen Bedarfs zu gewinnen. Auch die Ansiedlung eines Frequenzbringers sei förderlich. Um für diesen den notwendigen Platz zu schaffen, wird vorgeschlagen, Ladenlokale zusammenzulegen. Die Verbindungen zwischen den Lagen seien zu stärken, daher sollten Einzelhandelsansiedlungen in der südlichen Lindenstraße unterstützt werden. Eine weitere Empfehlung: Das Profil auch im Naherholungstourismus weiter auszubauen.

EN-Center

Im Konzept wird die Verlagerung des Aldi-Marktes von der Kölner Straße zum EN-Center als Schwächung der Versorgungslage bezeichnet. Eine weitere Ansiedlung an dem Standort ist, laut Konzept, zu vermeiden.

Außenbereiche

Lebensmittel-SB-Betriebe sind für eine flächendeckende Nahversorgung von grundsätzlicher Bedeutung. Ein Großteil ist, laut Konzept, jedoch an Standorten ansässig, die für eine wohnungsnahe Versorgung ungeeignet sind oder sich mit den Einzugsbereichen anderer Märkte überschneiden. Zukünftig sollten Ansiedlungen von kleineren Betreiberkonzepten mit nahversorgungsrelevanten Kernsortiment außerhalb von zentralen Versorgungsbereichen unterstützt werden, sofern sie nicht zentrale Versorgungsbereiche beeinträchtigen. Als positive Beispiele wurden die Ansiedlungen am Büttenberg und Rüggeberg aufgeführt.

Text aus WR vom 15.07.2017 (Carmen Tomaschewski).

 Foto aus WR vom 15.07.2017.