Neuigkeiten zur Innenstadtplanung

13.04.2017 10:01

Öffnung der Fußgängerzone wieder Thema.

Entscheidung über Zukunft des Hauses Ennepetal steht bevor.

 

Es ist vor gerade einmal zwei Jahren vom Rat der Stadt verabschiedet worden, nun soll das Integrierte Handlungskonzept „Innenstadt im Wandel“ schon tiefgreifend überarbeitet werden. Höchste Priorität hat dabei das Haus Ennepetal mitsamt seinem Umfeld. Dagegen soll die konkrete Planung für das Stadtportal West (Bereich Kölner/Voerder/Friedrich-Neustraße) zunächst aufgeschoben werden. Weitere Projekte, die nach Auffassung von Bürgermeisterin Imke Heymann besondere Bedeutung für eine Belebung des Stadtzentrums haben, sind die Fußgängerzone und das ehemalige Ring-Kaufhaus (heute Marktpassage).

Eine Änderung ist übrigens bereits umgesetzt worden: Das Konzept heißt neuerdings „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ (ISEK). Der bisherige Titel war mit IHK abgekürzt worden – das ist aber die eingeführte Kurzform für die Industrie- und Handelskammer.

Insbesondere die planerischen Überlegungen zur Zukunft des Hauses Ennepetal sowie die von der Bürgermeisterin wieder angestoßene Diskussion über eine (Teil-)Öffnung der Fußgängerzone, aber auch die schwierige Haushaltslage der Stadt machen die Fortschreibung des ISEK erforderlich. Imke Heymann betont, dass es trotz des Haushaltssicherungskonzepts richtig sei, zu investieren. „Wir müssen etwas schaffen, das die Leute anzieht und auch wieder Investitionen in die Stadt bringt. Wenn wir das nicht tun, wäre das das Ende.“

 

Die folgenden Projekte stehen aktuell ganz oben auf der Agenda:

Haus Ennepetal

Die Bürgermeisterin verweist auf die Ratssitzung am 11. Mai, in der eine Entscheidung über die Zukunft des Hauses Ennepetal fallen soll. Unmittelbar zuvor soll es eine Gesellschafterversammlung der Kluterthöhle + Freizeit GmbH geben, die die Planung absegnen muss. Details möchte Imke Heymann vor dem Beschluss der Gesellschafter nicht nennen. Allerdings betont sie, dass über Jahre zu wenig in das Haus investiert worden und es unter heutigen Gesichtspunkten nicht funktional sei. „Da ist es doch sinnvoll, einen Schnitt zu machen und etwas Neues zu schaffen“, meint sie. Ein kompaktes Gebäude, in dem Veranstaltungen möglich sind und das keine Angsträume beinhalte, brauche die Stadt, zudem müsse es eine Verbindung mit der Kluterthöhle geben. Für das Mehrgenerationenhaus, insbesondere mit dem Städtischen Familienzentrum wäre ein Neubau jenseits des derzeitigen Außengeländes am Rand der Voerder Straße möglich.

„Das Haus Ennepetal ist ein zentraler Punkt innerhalb des Entwicklungskonzepts“, betont Stadtplaner Ulrich Höhl. Daher müsse eine Klärung her. Aufgrund der Überlegungen soll das Projekt „Ennepegarten“, für das bereits Fördermittel bewilligt wurden, nach Absprache mit dem Land als Fördergeber später realisiert werden.

Fußgängerzone

„Schon im Wahlkampf zog sich das Thema ,Öffnung der Fußgängerzone’ durch“, erklärt die Bürgermeisterin. Und fast immer, wenn es um die Innenstadt gehe, werde sie darauf angesprochen. Daher habe sie die Diskussion wieder angestoßen. Sie spricht sich dafür aus, dass eine Einfahrt vom Kreisverkehr an der Sparkasse aus möglich ist und die Fahrzeuge dann nach rechts in die Markstraße einbiegen. Ihr sei aber bewusst, dass das Thema nach wie vor kontrovers diskutiert werde, so Heymann. Busverkehr in dem Bereich hält sie aufgrund der Abgasbelastung nicht für wünschenswert. Der Bereich solle weiterhin Aufenthaltsqualität mit Außengastronomie bieten. Und der Spielplatz am Minna-Schmidt-Idar-Platz müsse auf jeden Fall erhalten bleiben.

Die Bürgermeisterin warnt vor überzogenen Erwartungen an eine FuZo-Öffnung. „Das wird ein Baustein sein, um eine leichte Entwicklung nach vorn anzustoßen“, meint sie. Man brauche noch viele weitere Bausteine.

Markt und Marktpassage

Bei der Marktpassage ist die Stadt momentan nicht Herr des Verfahrens. Das Gebäude gehört einem in Großbritannien beheimaten Immobilienfonds. Allerdings gebe es einen ernsthaften Interessenten, der das ehemalige Ring-Kaufhaus für den Einzelhandel entwickeln würde. Daran würde man gerne mitwirken, so Ulrich Höhl. Dafür müssten aber erst die Verträge unterzeichnet sein. Neben Einzelhandel wäre auch der Einzug städtischer Einrichtungen denkbar. Einher gehen sollte eine solche Wiederbelebung mit einer Definition des Marktplatzes und der näheren Umgebung als zentraler Versorgungsbereich. Eine solche Fokussierung halte auch das Planungsbüro für geboten, dass derzeit das neue Einzelhandelskonzept für Ennepetal erstellt. Der Abschnitt der Voerder Straße vor dem Marktplatz soll auf jeden Fall Fußgängerzone bleiben.

Stadtportal und Busbahnhof

Die Entwicklung des Stadtportals West soll erst später konkret angegangen werden. Dazu bedürfe es zunächst genauerer Untersuchungen der Verkehrsflüsse, nicht zuletzt nach einer Entscheidung über die künftige Verkehrsführung in der Voerder Straße.

Über eine Neugestaltung des Busbahnhofs habe es erste Gespräche mit der VER gegeben, berichten Imke Heymann und Ulrich Höhl. Für dieses Projekt würden ohnehin andere Fördertöpfe als die der Städtebauförderung in Frage kommen.

Während diese beiden Vorhaben noch in etwas fernerer Zukunft liegen, könnte bei der Fußgängerzone für den Fall der Öffnung schon 2018 etwas passieren. Einen Workshop mit der Politik und einen Bürgerdialog möchte die Bürgermeisterin im Vorfeld gerne durchführen und der Bebauungsplan müsste geändert werden. Beim Haus Ennepetal, das wesentlicher Bestandteil des fortgeschriebenen ISEK sein wird, müsste eine konkrete Planung mit Kostenberechnung für die vorgesehenen Förderanträge erstellt werden. In etwa zwei Jahren könnten nach Einschätzung von Ulrich Höhl dann erste Teilschritte sichtbar werden.

Text aus WR vom 13.04.2017 (Hartmut Breyer).

 
 
 



Beide Fotos aus WR vom 13.04.2017.