Protest gegen Neubaugebiet Homberge

04.09.2017 11:17

Auf große Resonanz stieß der Aufruf der Interessengemeinschaft gegen das geplante Neubaugebiet auf Homberge: Fast 200 Menschen kamen am Samstag am Rande des Areals am Rottenberg zusammen, um ihre Ablehnung der Pläne deutlich zu machen. Bis auf Bündnis 90/Die Grünen waren alle Ratsfraktionen bei der Veranstaltung vertreten.

Olaf Schützek, der den Termin mit seiner Frau Sonja, Monika Voß und Siegfried Niepmann initiiert hatte, betonte zu Beginn: „Wir können einzeln nichts erreichen. Deshalb müssen wir gemeinsam gegen die geplante Bebauung vorgehen.“ Er nannte das Vorhaben ein „Naturzerstörungsprojekt“. Es werde ein großes Sterben geschützter Tiere geben. Auch werde unnötig Fläche verbraucht und es aufgrund der Hanglage bei Starkregen Probleme geben. Schützek kritisierte, dass den Bürgern vermittelt werde, dass bereits alles in trockenen Tüchern sei. „Der Bürgerwille scheint keine Beachtung zu finden.“

Viele Argumente vorgebracht

Nach den einleitenden Worten erhielten die Fraktionsvertreter Gelegenheit, ihre Positionen darzustellen. Die Fraktionsvorsitzenden Güzel Albayrak (Die Linke/Piraten) und Michael Haas (FDP) sowie Manfred Deneke von den Freien Wählern machten ihre Ablehnung deutlich. Albayrak sprach sich stattdessen erneut dafür aus, sich auf die Vermarktung bestehender Leerstände zu konzentrieren.

SPD-Ratsherr Christoph Lotz erklärte, dass seine Fraktion die Planungen weiter konstruktiv begleiten werde. Sein Fraktionskollege Christian Zink betonte, dass die SPD sich noch im Meinungsbildungsprozess befinde, es bisher keine einheitliche Meinung gebe.

CDU-Fraktionschef Daniel Heymann verwies darauf, dass relativ viele Anfragen bei der Stadt ankämen, Familien suchten vor allem frei bebaubare Grundstücke. „Im Moment hat die Stadt keine andere Möglichkeit“, so Heymann, der Flächennutzungsplan weise nur dieses Gebiet und das an der Vilvoorder Straße aus. Er sagte, dass man nun die zu erstellenden Gutachten abwarten müsse, um dann beurteilen zu können, ob eine Bebauung umsetzbar sei. Heymann verwies darauf, dass es in einem Bebauungsplan auch eine Bürgerbeteiligung geben werde.

Anita Schöneberg erklärte, dass sie nicht offiziell für die SPD da sei. Sie erklärte, dass sie selbst gegen die Pläne gestimmt habe. Es sei jetzt noch der richtige Zeitpunkt, zu einem Umdenken zu kommen.

Mehrere Teilnehmer trugen eine Reihe weiterer Argumente gegen eine Bebauung vor. Die Stadt suche offenbar händeringend nach Möglichkeiten, Geld zu machen. „Da entstehen solche irrsinnigen Ideen“, hieß es. Es fehle an Infrastruktur, die Erschließung über die Rüggeberger Straße werde zu Problemen führen und die Entwässerung – möglicherweise müssten die Abwässer zum Kanal an der Rüggeberger Straße hochgepumpt werden – sei so aufwendig, dass höchstens „eine schwarze Null“ bei der Vermarktung erzielen könne.

SPD-Fraktionsmitglied Peter Schnurbusch forderte, dass die Stadt die Vermarktung des Baugebiets Ebbinghausen/Kehr forcieren solle (die dortigen Grundstücke sind bisher kaum nachgefragt – Anm. d. Red.) und die Planungen für Homberge zu stoppen.

Olaf Schützek betonte zum Abschluss unter Applaus fast aller Anwesenden, dass man die Initiative aufrechterhalten werde.

Text aus WR vom 04.09.2017 (Hartmut Breyer).

 Bilder aus WR vom 04.09.2017.