Rüggeberger Sehenswürdigkeiten digital erleben

07.09.2017 09:25

Das Thema Digitalisierung ist derzeit nicht nur im Bundestagswahlkampf in aller Munde. Der Heimatverein Rüggeberg ist auf diesem Gebiet ein Vorreiter in Ennepetal. An den geschichtlich bedeutenden Sehenswürdigkeiten, die es im Höhendorf gibt, sind so genannte QR-Codes angebracht. Wer diesen mit dem Smartphone oder dem Tablet scannt (sprich: in den Fokus der Kamera nimmt), hat wenige Sekunden später ausführliche Informationen über das jeweilige Monument auf dem Bildschirm. Benötigt wird nur eine – kostenlos erhältliche – App, die QR-Codes verarbeiten kann.

Momentan ist die „Digitale Exkursion“ in Rüggeberg noch im Aufbau. Am alten Friedhof an der Hesterberger Straße, am Modell einer Milchrampe an der Ecke Rüggeberger/Willringhauser Straße, am „Schmittenboom“ am Marktplatz und an der Glocke neben der Kirche am Sturmweg sind die Codes („QR“ steht übrigens für „Quick Response“ = „schnelle Antwort“) bereits angebracht. „Die anderen sind noch in Arbeit“, erklärt der Vorsitzende des Heimatvereins Rüggeberg, Friedrich Rothenberg. Die Informationstexte dafür sind bereits vorhanden. Auch die kleinen Schilder mit den QR-Codes liegen vor. Diese müssen allerdings an einem Pfahl befestigt und dann am entsprechenden Standort aufgestellt werden. „Daran arbeiten wir gerade noch“, erklärt Rothenberg. Man wolle die Kosten gering halten. Die Heimatvereinsmitglieder Frank Richter, Eckhard Zirkenbach und Peter Wagner helfen bei der baulichen Umsetzung mit.

Insgesamt neun Standorte

An insgesamt neun Standorten sollen die QR-Codes in Kürze zu finden sein. Neben den genannten zählen dazu die Glocke an der Grundschule, der Rüggeberger Vereinsfuchs an der Ecke Peddenöder Straße/Sturmweg, das Ehrenmal auf dem Marktplatz, der Haferkasten mit Wendepflug an der Hesterberger Straße und die Mähmaschine an der Zufahrt zum Gut Rutenbecke. „Ich wurde schon gefragt, warum die Kirche nicht dabei ist“, berichtet Friedrich Rothenberg. Dazu gebe es eine Fülle von Informationen, man müsse sich Gedanken machen, wie die aufbereitet werden könnten. Auch den Friedhof an der Herminghauser Straße würde er noch einbeziehen wollen, so der Vereinsvorsitzende.

Idee schon vor Jahren entwickelt

Die Idee, die Geschichte Rüggebergs in die Moderne zu transportieren, hatte Rothenberg schon vor Jahren. „Es war zu der Zeit, als die QR-Codes aufkamen“, erzählt er. Dann sei er bei einem Seminar des Landschaftsverbands Rheinland gewesen, im Museum „Kraftwerk Ermen & Engels“ in Engelskirchen. Dort habe man das Verfahren bereits praktiziert. Rothenberg machte sich an die Arbeit.

Die Texte suchte er sich zusammen, sie stammen vom einstigen Gründungsvorsitzenden des Heimatvereins, Robert Brockhaus, vom Ehrenvorsitzenden Werner Balke, vom ehemaligen Heimatforscher Hermann Hirschberg und von Rüggebergs Pfarrer André Graf. Die Texte werden übrigens immer wieder aktualisiert. So wurde gerade erst der Eintrag zur Milchrampe um die Namen der in Rüggeberg einst aktiven Milchwagenfahrer ergänzt.

Die Schilder mit den QR-Codes fertigte ein Unternehmen, das er über das Internet gefunden hatte. Und vor wenigen Wochen begannen die Rüggeberger Heimatfreunde damit, ihre Dorfgeschichte zu digitalisieren. Friedrich Rothenberg hofft, das Projekt – vorläufig – in den kommenden Tagen abschließen zu können.

Eine Übersichtskarte mit den Standorten der Sehenswürdigkeiten hängt übrigens auch im Schaukasten des Heimatvereins an der Ecke Rüggeberger/Herminghauser Straße. Zudem sind auf einer weiteren Karte alle QR-Codes abgebildet. So können die, die sich den Weg durchs Dorf sparen möchten, sämtliche Informationen gebündelt an einem Ort abrufen.

Text aus WR vom 07.09.2017 (Hartmut Breyer).

 

Sämtliche Informationen sind auch auf der Website des Heimatverein Rüggeberg e.V. verfügbar.
Nach erreichen der Website bitte den Menüpunkt "digitale Expedition" anklicken.

 

 Bild aus WR vom 07.09.2017.