Zukunft Hülsenbecker Tal

20.05.2017 11:30

Der Zeitplan steht, die Teilnehmer des Ideenwettbewerbs sind ausgewählt und bereits am 1. Juni beginnt die entscheidende Phase bei der Gestaltung des Hülsenbecker Tals: Gefordert wird von allen Planern ein schlüssiges und in sich stimmiges Konzept, das realisier- und vor allem finanzierbar ist, förderfähige Maßnahmen beinhaltet und aus mehrere Bausteinen besteht, die schrittweise umgesetzt werden können. Am 5. Oktober fällt die Entscheidung.

Allgemeine Vorgaben

Mehr als 30 Seiten umfassen die „Auslobungsunterlagen“, an denen sich die Planer in den kommenden Wochen orientieren müssen. Im Mittelpunkt stehen: Die Parkgestaltung, der Hochwasserschutz und die Gewässerentwicklung.

Entscheidend ist, dass der Charakter des Hülsenbecker Tals erhalten bleibt, natürliche Materialien genutzt und der Schwanenteich aufgewertet wird. Auch das Thema Wasserkraft spielt eine wichtige Rolle. Falls der Betrieb des Wasserrades nicht mehr direkt durch die Hülsenbecke realisierbar ist, sollen sich die Planer eine andere Lösung dafür überlegen. Fest steht auch, dass das Gebiet auch zukünftig ein saisonaler Veranstaltungsort bleibt. Mit in die Aufgabenstellung inbegriffen sind zudem die Ergebnisse der Bürgerworkshops und Befragungen.

Gewässer

Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Verbesserung der Gewässerqualität. Gefordert ist die ökologische Umgestaltung der Hülsenbecke. Dazu gehört, sie bis zur Einmündung in die Ennepe durchgängig zu machen und die Verrohrung des Unterlaufs aufzuheben. Der Hochwasserschutz wird der aufwendigste und komplexeste Aufgabenbereich. Bei allen Überlegungen soll ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis bestehen, so die Vorgabe.

Parkgestaltung

Spiel, Sport, Freizeit: Auch zukünftig soll das Hülsenbecker Tal viel Aufenthaltsqualität besitzen. Die Aufwertung des Tiergeheges hat ebenso eine hohe Priorität wie die Möglichkeit von Freiluftveranstaltung. Die Planer sollen sich Gedanken zu Flucht-und Rettungswegen machen, WC-Anlagen, ein zurückhaltendes Beleuchtungskonzept und einen Raum für Vereine mit multifunktionaler Nutzung. Weitere zu berücksichtigende Punkte: ein Wasserspielplatz, E-Bike- und Rad-Nutzung im Park, Optimierung der Parkplatzsituation, verbesserte Erreichbarkeit, sowie Barrierefreiheit. Bei allen Maßnahmen sollen die Kosten für Pflege und Unterhalt gering gehalten werden.

Kosten

Auch wenn sich die Politik im Vorfeld darauf geeinigt hat, keinen Kostenrahmen festzulegen und die Planungen und Finanzsituation abzuwarten, stehen zumindest für 2018 die ersten Zahlen im Raum. Stephan Langhardt, zuständig für den Fachbereich, erklärte im Stadtentwicklungsausschuss, dass für die Maßnahmen im Rahmen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinien und des Hochwasserschutzes 1,5 Millionen Euro und für die Freiraumgestaltung 400 000 Euro in den kommenden Haushaltsetat gestellt werden sollen. Die gute Nachricht vonseiten der Stadt: Es sei davon auszugehen, dass 80 bis 90 Prozent der Maßnahmen rund um die Gewässer gefördert werden können.

 

Zehn Planungsgemeinschaften aus dem gesamten Bundesgebiet und sogar Österreich werden an dem Ideenwettbewerb teilnehmen und vom 1. Juni an bis zum 8. August Zeit haben, ihre Konzepte zu entwickeln. Die Unterlagen werden anonymisiert in der Verwaltung vorgeprüft (ob alle Kriterien erfüllt sind, ob Förderfähigkeit besteht etc.) und landen am 5. Oktober auf dem Tisch des Preisgerichtes.

Das setzt sich zusammen aus vier Fachpreisrichtern, allesamt Mitglieder der Architektenkammer: Das sind die Landschaftsarchitekten Prof. Ulrike Beuter, Prof. Thomas Fenner und Thomas Knuevener, sowie der Ennepetaler Stadtplaner Ulrich Höhl. Ebenfalls stimmberechtigt sind Bürgermeisterin Imke Heymann, Joachim Hübner, Vorstand der Stadtbetriebe Ennepetal, und Florian Englert, Geschäftsführer der Kluterthöhlen und Freizeit GmbH.

Unterstützt werden sie von sachverständigen Beratern – aber ohne Stimmrecht. Mit dabei ist je ein Vertreter der Fraktionen im Rat, und zwei Mitarbeiter der Bezirksregierung Arnsberg als Fördergeber und weitere zwei des Ennepe-Ruhr-Kreises als Genehmigungsbehörde.

Alle Ergebnisse werden vom 1. bis 15. November öffentlich ausgestellt. Für die ersten drei Plätze gibt es Preise (18 000/11 000/7 000 Euro), außerdem wird die beste Teilplanung prämiert. Die Prämien werden mit dem späteren Honorar bei einer Beauftragung verrechnet. Die Stadtverwaltung wird bei dem Verfahren vom Büro Post-Welters aus Dortmund begleitet.

 

Texte aus WR vom 20.05.2017 (Carmen Tomaschewski).