Baustelle Rahlenbecke vorübergehend öffnen

06.12.2018 09:46

Die Kanalbaustelle an der Kölner Straße wird die Ennepetaler noch einige Zeit beschäftigten. Weil die im Untergrund verrohrte Rahlenbecke nicht dort verläuft, wie es im Lageplan angegeben ist, und die Bauarbeiten deshalb unterbrochen werden mussten, kommt es zu einer bis zu dreimonatigen Verzögerung der Maßnahme . Statt am 20. Dezember die Baustelle wieder frei zu geben, ist nun von März die Rede. Sowohl die FDP als auch die SPD regen an, Übergangslösungen zu schaffen. 

Beratung am 18. Dezember

FDP-Fraktionschef Michael Haas möchte die „schnellstmögliche Aufhebung der Vollsperrung“ . Anita Schöneberg (SPD) eine Sondergenehmigungen für die Durchfahrt für Taxen, weil die Umleitung die Fahrtkosten für viele Bürger in die Höhe schießen lässt. Beide Anträge werden in der kommenden Hauptausschuss-Sitzung am Dienstag, 18. Dezember, beraten. Bis dahin will die Verwaltung prüfen, ob die Anträge umsetzbar sind. 

Ende September wurde mit der Kanalbaustelle auf der Kölner Straße begonnen. Erneuert werden soll der Entwässerungskanal zwischen Schwarzer Weg und Hembecker Talstraße. Der falsche Lageplan sorgte letztlich für diese drastische Verzögerung und eine Verlängerung der Vollsperrung. Während geprüft wird, ob man Regressforderungen gegen den Landesbetrieb Straße NRW, der den Plan vorgelegt habe, stellen kann, sind die Neuplanungen für das 110 Meter lange Teilstück gestartet: der Bereich, zwischen Rahlenbecker Tunnel und Schachtstraße. 

Die FDP regt an, die Kölner Straße in beide Fahrtrichtungen schnellstmöglich bis spätesten zum 20. Dezember zu öffnen. Michael Haas schreibt: „Durch den bevorstehenden Winter und die Weihnachtsfeiertage sowie der Ungewissheit, wann das Bauvorhaben fortgesetzt werden kann, sollte im Sinne der Bürger gehandelt werden.“ Eine Wiederaufnahme der Baumaßnahme könne dann im Frühjahr erfolgen, wenn alle Planungen und Vorbereitungen zu 100 Prozent abgeschlossen seien und das Witterungsrisiko nicht mehr bestehe. Ob die Straße überhaupt in dieser Phase der Baumaßnahme für den Verkehr zwischenzeitlich freigegeben werden kann, und wenn ja wie, das werde die Verwaltung prüfen, heißt es auf Anfrage im Rathaus. 

Auf eine schnelle Lösung hofft auch die SPD. Anita Schöneberg schreibt, dass ihr von „Härtefällen bei der Bezahlung von Taxifahrten älterer Herrschaften“ berichtet worden sei. Sie verdeutlicht dies am Beispiel einer Taxifahrt in Richtung Ärztehaus in Milspe vom Büttenberg aus. „Bisher kostete eine Taxifahrt etwa 8 Euro, nun mehr als das Doppelte, bis zu 20 Euro.“ 

Und noch eine Rechnung: Von der Schachtstraße bis zum Lidl kostete ein Fahrt ohne Baustellenumfahrung 6 Euro, nun 15 Euro wegen der Umleitung über das Industriegebiet. 

Anita Schöneberg: „Es gibt Damen und Herren in unserer Stadt, die sich nur sehr schwer diese erhöhten Kosten leisten können, aber auf Taxi-Fahrten angewiesen sind; nunmehr noch mehr als drei Monate über den ursprünglichen Fertigstellungstermin hinaus.“ Schönebergs Frage an die Verwaltung: „Können Taxen eine Sondergenehmigung zur Durchfahrung der Baustelle bekommen, um die oben geschilderten Härtefälle abzumildern?“ Die SPD glaubt, dass damit vielen älteren Menschen geholfen wäre, die zum Einkauf oder Arztbesuch in die Innenstadt müssen. 

Bisher gibt es einzig eine Sondergenehmigung für den Rettungsdienst und den Linienbusverkehr, der sich über den Funk verständigen kann, wann die einzige Spur, die in Höhe des Tunnels derzeit befahren werden kann, frei ist. Der Begegnungsverkehr an dieser Stelle ist aktuell nicht möglich.

Text aus WR vom 06.12.2018 (Carmen Tomaschewski)

 Bild aus WR vom 06.12.2018.