Kanalbauarbeiten an der Rahlenbecke beginnen am 27. August

08.08.2018 10:23

In Kürze beginnen die Stadtbetriebe Ennepetal (SBE) mit einer großen Kanalbaumaßnahme. Im Bereich Rahlenbecke – zwischen Hembecker Talstraße und Schwarzer Weg wird der Hauptsammler in der Kölner Straße erneuert, um künftige Überflutungen bei Starkregenereignissen zu vermeiden. Durch ein patentiertes Verfahren der beauftragten Firma können die Arbeiten besonders schnell erledigt werden. Im Zuge des Projekts erneuert auch die AVU ihre mehr als 100 Jahre alte Gashochdruckleitung sowie Wasser-,  Gasniederdruck- und Stromleitungen. Der Baubeginn ist für den 27. August vorgesehen. Je nach Verkehrsregelung beträgt die Bauzeit dreieinhalb oder acht Monate.

Ein Teil der Arbeiten wurde bereits im Vorfeld erledigt. Die Verrohrung des Hembecker Bachs, der an der Hembecker Talstraße entlang verläuft , wurde etwas umgelegt und im Bereich jenseits der Kölner Straße wurde das Gewässer bis zur Mündung in die Rahlenbecke frei gelegt. Ein Gewölbe, das aus dem Jahr 1849 stammt, wird dafür voll genutzt. Der alte Regenüberlauf auf dem Gelände des Städtischen Betriebshofs wurde abgebrochen, ein Rohr mit 800 mm Durchmesser eingebaut und mehr in Richtung Betriebshofsgebäude gezogen.

Patentiertes Verfahren

Nun steht die Erneuerung des Hauptsammlers vom Scharzen Weg bis zum Anschluss an den Kanal der Hembecker Talstraße bevor. Nach der Ausschreibung erhielt die Firma Uhrig den Zuschlag, die in innovativer Bauweise arbeiten möchte. Das Unternehmen hatte schon den vor einigen Jahren erledigten Bauabschnitt von der Friedrichstraße bis zum Schwarzen Weg übernommen. „Wir werden auch den Kostenrahmen einhalten“, erklärt Joachim Hübner. „Darüber sind wir sehr froh, denn gerade im Tiefbau haben wir derzeit erhebliche Preissteigerungen.“

Bei dem patentierten Verfahren werden in relativ kurzen Abschnitten die Gruben ausgehoben und die Rohre verlegt. In der Grube muss nur ein Mitarbeiter die Teile verbinden. Das ausgebaggerte Material wird sofort wieder verfüllt. „Der Boden hat gar keine Zeit, nachzudenken, ob er nachsacken soll“, meint SBE-Projektleiter Thomas Koch. Es gebe kurze Baulängen, weniger breite Baugruben, alles gehe mit sehr hoher Geschwindigkeit vonstatten. Für einen zeitlichen Mehraufwand sorgen allerdings die Arbeiten der AVU, die mit ihren Leitungen quasi der Kanalbaustelle hinterherwandern, aber in einem separaten zweiten Graben arbeiten werden.

Beginnen werden die Arbeiten im Bereich des Schwarzen Wegs, bevor am Ende der Anschluss an der Hembecker Talstraße erfolgen wird. Der Hauptsammler wird dabei etwas in Richtung Bahndamm verlegt und das alte Bauwerk außer Betrieb genommen. Vorbereitend hatten die SBE schon Probebohrungen vornehmen lassen, um bei den Arbeiten nicht auf böse Überraschungen im Untergrund zu treffen. Auch Stefan Voigt, Kenner der Ennepetaler Höhlenlandschaft, war einbezogen worden.

Kosten von 3,5 Millionen Euro

„Das ist die größte Tiefbaumaßnahme, die wir betreiben“, erklärt Joachim Hübner. Insgesamt investieren die SBE etwa 3,5 Millionen Euro in den Kanal. Für die Arbeiten, die bereits im Vorfeld erledigt wurden, schlugen 280 000 Euro zu Buche. Die SBE mussten für die Maßnahme übrigens im Frühjahr den Mittelansatz um eine Million Euro als Verpflichtungsermächtigung erhöhen. Zum einen war bei der Anmeldung der Maßnahme für den Wirtschaftsplan 2018 versehentlich nur der Nettobetrag herangezogen worden. Es fehlten folglich mehr als 500 000 Euro Umsatzsteuer. Zum anderen resultierte die Kostenberechnung von Anfang 2017. Aufgrund der Kostensteigerungen im Tiefbau wurde ein zusätzlicher Betrag eingeplant. In der betreffenden Sitzung des SBE-Verwaltungsrates hatte es dafür deutliche Kritik aus den Reihen der Politiker gegeben, die den Nachtrag für die notwendige Baumaßnahme dennoch absegneten.

Ist der Kanalbau abgeschlossen, steht eine große Straßenbaumaßnahme in dem Bereich bevor: der Kreisverkehr an der Einmündung Hembecker Talstraße. Dafür sind noch einmal etwa 1,55 Millionen Euro vorgesehen. „Wir befinden uns momentan in der Planung“, erklärt SBE-Abteilungsleiter Tiefbau, Thomas Humpohl. Für den Bau des Gehweges rechne man mit einer Förderung. Anfang 2019 erwarte er die Mitteilung über die Förderfähigkeit, dann werde der eigentliche Förderantrag gestellt, so Humpohl. Die Fahrbahn des Kreisels fällt in die Verantwortung des Landesbetriebs Straßen.NRW, der für die ehemalige B7 (in dem Bereich jetzt L 706) zuständig ist.

Kreisverkehrbau folgt

Mit den Arbeiten am Kreisverkehr wird voraussichtlich Ende 2019/Anfang 2020 begonnen. „Die Bauzeit wird dann circa neun bis zwölf Monate dauern“, erklärt Humpohl. Der Bauablauf inklusive Verkehrsführung während der Arbeiten ist noch zu klären. Dazu seien auch noch Gespräche mit Straßen.NRW, VER, Polizei und Ordnungsamt nötig.

 

Text aus WR vom 08.08.2018 (Hartmut Breyer).

 

Bilder aus WR vom 08.08.2018.