Planung Hülsenbecker Tal in 2019

12.01.2019 12:40

Die einen warten darauf, dass im Hülsenbecker Tal endlich mit der Neugestaltung begonnen wird, den anderen gefällt das derzeitige Erscheinungsbild so gut, dass sie gar keine größeren Veränderungen wünschen. Doch die werden kommen – voraussichtlich 2020. Das gerade angebrochene Jahr wird vor allem im Zeichen der Planungen stehen. Der Vertrag mit einem Planungsbüro ist ausgehandelt und wurde von der Stadt bereits unterzeichnet.

Im Rahmen eines Gestaltungswettbewerbs hatte die Stadt Entwürfe von Landschaftsplanern und Ingenieurbüros erhalten. Den ersten Preis vergab die Jury im Oktober 2017 einstimmig an das Kölner Büro „Club L94 Landschaftsarchitekten GmbH“ (wir berichteten). Den dritten Preis (ein zweiter wurde nicht vergeben) sprach man dem Büro „Kraft.Raum Landschaftsentwicklung“ aus Krefeld zu.

Nur mit Preisträgern verhandelt

Die Bedingungen des Wettbewerbsverfahrens sahen vor, dass die Stadt nur mit den Preisträgern in Verhandlungen über die Realisierung des jeweiligen Entwurfs inklusive gewünschter Änderungen aufnehmen darf. Dabei standen nicht zuletzt die finanziellen Fragen, die im Gestaltungswettbewerb nur eine untergeordnete Rolle spielten, im Blickpunkt. Diese Verhandlungen sind inzwischen abgeschlossen. Wer nun den Auftrag erhält, wollen Stephan Langhard, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste und Stadtentwicklung, und sein für Landschaftsplanung und die Gewässer zuständiger Mitarbeiter Björn Mayr noch nicht preisgeben. Noch befinde man sich im – insgesamt sehr aufwendigen – Vergabeverfahren.

Gesamtplanung vorgesehen

„Unser Ziel ist ja, die Gesamtplanung vorzunehmen und dann der Politik die Möglichkeit zu geben, über einzelne Bausteine der freiwilligen Leistungen zu entscheiden“, so Langhard. Neben diesen freiwilligen Leistungen (z. B. die Anlage eines Spielplatzes sowie die Gestaltung von Wegen und Aufenthaltsbereichen) beinhaltet das Gesamtprojekt „Neugestaltung des Hülsenbecker Tals“ Maßnahmen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie. So sind der Hochwasserschutz und die ökologische Qualität der Hülsenbecke zu verbessern.

In Sachen Hochwasserschutz ist bereits geklärt, dass ein Teich in der Ortschaft Willringhausen oberhalb des Tals als Stauraum einbezogen wird. Und vorgesehen ist auch, dass die Hülsenbecke nicht mehr in ein geradliniges Bett gezwängt sein soll, sondern etwas „mäandernd“, sprich: geschlängelt, fließen kann.

„Der Zeitplan ist das erste, was wir nach Vertragsabschluss mit dem Büro besprechen werden“, erklärt Stephan Langhard. Bis hin zur Entwurfsplanung solle alles ausgearbeitet werden, um diese der Politik vorlegen zu können. Für die Maßnahmen, die das Gewässer betreffen, sei auch noch ein Planfeststellungsbeschluss erforderlich. „Die Planung wird 2019 fertig“, erklären Langhard und Mayr. Die Umsetzung stehe 2020 an, kleinere Arbeiten könnten gegebenenfalls schon in diesem Jahr angegangen werden.

Die Stadt werde sich auch um Fördermittel bemühen, erklären beide. Für die Maßnahmen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie sind – so lange die Stadt in der Haushaltssicherung ist – 90 Prozent Förderung zu erwarten. Bei gestalterischen Maßnahmen im Zuge der Freiraumplanung wären es 60 Prozent. Außerdem, so Langhard und Mayr, wolle man sich um Fördermittel des Programms „Vital.NRW“ bemühen. Die Stadt Ennepetal hatte mit Nachbarstädten zusammen den verein „Ennepe.Zukunft.Ruhr“ gegründet, um Projekte in der Region auf den Weg bringen und eine Landesförderung erhalten zu können.

Text (Hartmut Breyer) und Bilder aus WR vom 12.01.2019.