Stadt Ennepetal erwirbt benötigte Grundstücke

25.01.2019 10:40

 

Nachdem inzwischen beide Felder des Gebiets „Bauen mit der Sonne“ vollgelaufen sind, herrscht in Ennepetal ein Mangel an Baugrundstücken. Daher sollen nach Vorstellungen der Verwaltung an der Vilvoorder Straße in Voerde-Nord sowie im Bereich Rottenberg/Rüggeberger Straße auf Homberge Baugebiete entwickelt werden. Doch das gestaltet sich schwierig. Immerhin können für die Fläche an der Vilvoorder Straße nun die nächsten Planungsschritte in Angriff genommen werden, nachdem die Stadt inzwischen die benötigten Grundstücke erworben hat.

Im Gebiet „Bauen mit der Sonne“ waren zwischenzeitlich noch drei weitere Baugrundstücke geschaffen worden, weil die Stadt ein altes Regenrückhaltebecken aufgeben konnte. Doch auch diese sind vergeben. „Wir erhalten regelmäßig Anrufe mit Anfragen zu Baugrundstücken“, erklärt Stephan Langhard, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste und Stadtentwicklung. Auch für Grundstücke an der Vilvoorder Straße und auf Homberge gebe es schon Interessenten. Doch bis dort – wenn überhaupt – gebaut werden kann, vergeht noch Zeit. Derzeit könne man der Nachfrage nur begegnen, indem man im innerstädtischen Bereich Grundstückseigentümer dabei unterstütze, Baulücken zu schließen, so Langhard. Auch ein Projekt wie das an der Brunnenstraße, wo das ehemalige Seniorenheim in mehrere Wohnungen umgewandelt werden soll, sei zu begrüßen. Im Außenbereich gehe es um Abrundungen von bebauten Bereichen. Das geschehe z.B. gerade in Rüggeberg, wo man für eine Fläche an der Peddenöder Straße (im rückwärtigen Bereich der Häuser Nr. 18 bis 24) einen Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren aufstellen wolle. Dort können dem Entwurf zufolge maximal drei Einzelhäuser mit jeweils höchstens zwei Wohneinheiten errichtet werden.

 

Der Stand der größeren geplanten bzw. noch nicht abgeschlossenen Baugebiete im Überblick:

Vilvoorder Straße

Im Februar 2017 hatte der Rat der Stadt den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 96 „Nördlich Vilvoorder Straße“ gefasst. Seitdem ruhte das Verfahren. „Wir haben begrenzte personelle Kapazitäten“, erklärt Stephan Langhard. Wenn es andere Dinge gebe, die als wichtiger erachtet seien, müssten bestimmte Vorhaben warten. Eine wichtige Grundlage für eine Weiterentwicklung hat die Stadt aber vergangenes Jahr schaffen können. Man habe die Grundstücksgeschäfte abgeschlossen, so Langhard. „Wir sind jetzt im Besitz aller erforderlichen Flächen für das B-Plan-Gebiet.“ Nun solle – möglichst im ersten Halbjahr 2019 – der Vorentwurf vorbereitet werden. Dabei seien auch noch die Fragen hinsichtlich des Erschließungsaufwandes zu klären, so Langhard. Es müsse auch die politische Entscheidung getroffen werden, wie das Gebiet gestaltet werden soll. In Rede stehen derzeit etwa 15 Einfamilien-/Doppelhäuser. Bis sich auf der Fläche, die von der Vilvoorder Straße in Richtung der Ortschaft Störringen liegt, etwas Sichtbares tun könne, würden noch drei bis vier Jahre vergehen, meint Langhard.

Homberge

Gegen das geplante Baugebiet Homberge hat sich Widerstand formiert. Die Gegner beklagen eine Zerstörung der Natur oberhalb des Hülsenbecker Tals, wenn dort gebaut würde. Zudem sei die Erschließung fragwürdig und die Entwässerung – voraussichtlich durch Hochpumpen in den Kanal in der Rüggeberger Straße – zu aufwändig. Geplant sind auf der etwa 3,2 Hektar großen Fläche zwischen oberem Rottenberg und Rüggeberger Straße etwa 33 Einfamilien- und 16 Doppelhäuser. Im November hatte die Verwaltung die Vorlage für die Aufstellung eines Bebauungsplans im Stadtentwicklungsausschuss zurückgezogen, nachdem mehrere Fraktionen noch Beratungsbedarf sahen und eine genauere Wirtschaftlichkeitsanalyse wünschten. Auch die Bürgermeisterin hatte noch Informationsbedarf der Öffentlichkeit gesehen. „Das Entwässerungs-, das Baugrund- und das Artenschutzgutachten liegen vor“, so Langhard. Es fehle noch die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der Erschließung, dafür wolle er von der Politik noch in Erfahrung bringen, welche Daten man wie dargestellt haben wolle. Im Frühjahr soll ein neuer Anlauf genommen werden. „Wir möchten natürlich Klarheit haben“, so Langhard. Gesetzt den Fall, die Politik stimme für die Aufstellung eines Bebauungsplans und letztlich auch für eine Bebauung, könnte es dort schneller gehen als in Voerde-Nord, weil schon mehr Vorarbeit geleistet sei. Eventuell schon in zwei Jahren wäre dort ein Baubeginn denkbar. Nach derzeitigem Stand ist es aber offen, ob es eine Ratsmehrheit für die Aufstellung eines Bebauungsplans gibt. Aus Sicht der Verwaltung hatte Kämmerer Dieter Kaltenbach keinen Hehl daraus gemacht, dass der Erlös aus einer Vermarktung vor dem Hintergrund der Haushaltslage der Stadt wichtig wäre.

Ebbinghausen Kehr

Im Zuge der Diskussionen über das Baugebiet Homberge hatte die SPD-Fraktion Ende 2018 nochmal den Blick auf das Baugebiet Ebbinghausen-Kehr gelenkt. Die Verwaltung solle die Möglichkeiten einer verbesserten Anbindung prüfen und Alternativen zu der bestehenden Situation in einem Verkehrskonzept aufzeigen, hieß es in einem Antrag. Die zügige weitere Entwicklung gemäß dem geltenden Bebauungsplan liege im Interesse der Stadt. Das Gebiet liegt zwischen Reichenbach-Gymnasium, Altenloher Weg, An der Kehr und Kämpershausweg, die Nachfrage ist eher zurückhaltend. Bisher werden dort nur Flächen der Gebau vermarktet. Die in dem Gebiet liegende städtischen Teilflächen wolle man erst entwickeln, wenn das aktuelle Baugebiet voll gelaufen sei, erklärt Langhard. Noch gebe es aber viele Grundstücke, auch wenn immer mal wieder Verkäufe durch die Gebau abgeschlossen würden. Der SPD-Antrag soll im nächsten Ausschuss für Feuerwehr und Ordnungswesen behandelt werden. Allerdings könne man dort nur die straßenverkehrsrechtlichen Fragen klären, meint Langhard. Es sei aber nicht damit getan, nur die Beschilderung zu ändern und die Schranke zu öffnen. Er halte ein umfassenderes Konzept für erforderlich, eventuell sei auch eine neue Straße notwendig. Daher solle der Antrag seiner Meinung nach an den Stadtentwicklungsausschuss verwiesen werden. Auch in diesem Fall wird es folglich keine kurzfristige Lösung geben.

Text (Hartmut Breyer) aus WR vom 25.01.2019, alle Bilder aus WR vom 25.01.2019.